Stellungnahme der „Anthroposophischen Hochschulgruppe Haus Bornstraße 11 e.V.“ zur COVID-19-Pandemie

Angesichts einiger in der jüngeren Vergangenheit erschienenen Medienbeiträge, die einen Zusammenhang zwischen Anthroposophie und der Verbreitung von Verschwörungstheorien in Verbindung mit der COVID-19-Pandemie zu konstruieren versuchen, und in Abgrenzung andererseits von einigen sogenannten „Querdenkern“, die mit Anthroposophie in Verbindung gebracht werden, und die sich in ihrer Argumentation auf verkürzt zitierte Äußerungen Dr. Rudolf Steiners berufen, sehen wir uns als Anthroposophische Hochschulgruppe Haus Bornstraße 11 e.V. zu folgender Klarstellung veranlasst:

Die Anthroposophische Hochschulgruppe Haus Bornstraße 11 e.V. möchte deutlich machen, dass sie selbst die COVID-19-Pandemie weder leugnet, noch in ihrer Tragweite und Gefahr unterschätzt. Insbesondere distanziert sie sich ausdrücklich von der Vereinnahmung Dr. Rudolf Steiners durch sinnentstellende, aus dem Zusammenhang gerissene und bewusst verkürzte Darstellungen, die seinen Schriften oder seinem Vortragswerk entnommen oder daran angelehnt sind, und mit welchen versucht werden soll, die aktuelle Pandemie-Situation in die Lächerlichkeit zu rücken oder gar Impfungen gegen COVID-19 zu verteufeln.

Auch in der Bornstraße 11 halten wir uns – unter Zugrundelegung und Wahrung der gesetzlichen Vorschriften – an allgemeine Hygienemaßnahmen, die an die aktuelle Lage angepasst und verbindlich eingehalten werden

Zum Thema „Freiheit und Verantwortung“ im Zusammenhang mit Impfungen verweisen wir auf die Stellungnahme des „Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland“.

Die Anthroposophische Hochschulgruppe Haus Bornstraße 11 e.V. ist darüberhinaus der Auffassung, dass politische Maßnahmen, wie etwa eine allgemeine Impfpflicht, begleitend reflektiert werden und Debattenräume diesbezüglich ernst genommen und gegenseitig gewahrt werden müssen. Wir teilen die Ansicht, dass eine wechselseitige Ausgrenzung aufgrund verschiedener Meinungen in diesen Belangen kein zielführendes und konstruktives Miteinander ermöglicht. In diesem Sinne erleben wir an der aktuellen Situation noch eine über die gesundheitliche Dimension hinausgehende, in die Zukunft weisende, gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Verantwortung.

Berlin, den 18.12.2021