Die komplette Selbstverwaltung

Begonnen hat das Projekt "Bornstraße 11" mit einer kompletten Selbstverwaltung. Was so märchenhaft klingt, war harte Arbeit. So gab es immer wieder Veränderungen in der Struktur der Verwaltung sowie in der Entscheidungsstruktur, nachdem die ursprünglich angestrebte Einmütigkeit nicht immer zu erreichen war. Die erste große Veränderung bestand darin, die Aufgaben des Vereins personell zu trennen – so kümmerte sich ein Teil der Mitglieder um die Verwaltung, ein anderer organisierte das kulturelle Leben.

Über eine lange Zeit hat sich eine kleine Gruppe von Hausbewohnern intensiv um die Verwaltung gekümmert und die Borntec GbR gegründet, um rechtlich abgesichert zu sein. Da ihre Arbeit das ungefähre Maß von 10 Std. / Monat überstieg, die jeder Hausbewohner bereit sein sollte für Hausgemeinschaft und Verein zu investieren, wurden sie dafür gering entlohnt.

Mit dem Verkauf des Hauses an die Schweizer Stiftung Edith-Maryon 2008 hat sich auch die Organisation der Verwaltung geändert. Die Stiftung arbeitet mit der Allmendia Hausverwaltungen GmbH zusammen, die in Berlin ansässig ist und deren Inhaber seit langem mit dem Haus verbunden sind. Rechtlich haben sie die Verwaltung inne, arbeiten jedoch eng mit uns zusammen, so dass viele der Verwaltungsaufgaben intern erledigt werden und Entscheidungen bezüglich Mietverträgen, Mieterhöhungen sowie eventuellen externe Vermietungen u.v.m. in enger Kooperation getroffen werden.

Die Stiftung Edith Maryon versteht sich als Stiftung zur Förderung sozialer Wohn- und Arbeitsstätten. Kredittilgung, Abschreibung, Verwaltung und Instandhaltung auf der einen Seite und die Mieten auf der anderen Seite sollen eine Bilanz von Null ergeben, ein Verkauf wird nicht angestrebt, stattdessen der Erhalt der Häuser für soziale Projekte auf lange Zeit. Wichtig ist der Stiftung, dass gesellschaftserneuernde Impulse von den Häusern ausgehen, der Blick darauf ist sachlich: Sollten sich die gesellschaftlichen Bedürftnisse ändern, kann sich auch der Inhalt der Projekte im Laufe der Zeit ändern.

Die Allmendia Hausverwaltungen GmbH ist aus einem Dreigliederungsarbeitskreis hervorgegangen, der hier im Haus stattgefunden hat und kooperiert eng mit der Stiftung. Eine wichtige Frage ist der verantwortliche Umgang mit Grund und Boden. Auch die Allmendia befürwortet einen sachlichen Ansatz – Initiativen aufgreifen, allerdings immer im Rahmen der finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten.