Unser Projekt beginnt.

Die alte FassadeEnde der 70 Jahre gründete sich eine studentische Initiative an der Freien Universität Berlin – die Anthroposophische Hochschulgruppe. Aus dieser Gruppe kristallisierte sich nach und nach ein kleinerer Kreis von Studenten heraus, die sich intensiver gemeinsam mit Anthroposophie beschäftigen wollten und den Traum hegten, ein gemeinsames Wohnprojekt zu gründen. Etwa zur gleichen Zeit vererbte die damalige Eigentümerin des Hauses Bornstraße 11 das damals konventionell vermietete Haus an die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland (AGiD). Dieses Haus nun stellte sich nach vielen Gesprächen als ideal zur Verwirklichung des Projekts heraus.

1979 zogen die ersten beiden Studenten in die erste freie Wohnung des Hauses ein, im Laufe der nächsten Jahre waren fast alle Wohnungen durch Studenten bewohnt. 1983 wurde der Verein "Anthroposophische Hochschulgruppe Haus Bornstraße 11 e.V." gegründet, der mit der Verwaltung des Hauses betraut war und kulturell einen Fokus auf die Beschäftigung mit der Anthroposophie innerhalb der verschiedenen Interessensgebiete legte. 1984-87 fanden, zum Teil in Eigenarbeit, intensive Sanierungsarbeiten statt. Diese wurden durch Gelder ermöglicht, mit denen der Senat im Rahmen einer behutsamen Stadterneuerung in den 80er Jahren die Sanierung von Altbauten durch Selbsthilfegruppen förderte.

Mehr Energie für Nachhaltigkeit

Auch später kam es immer wieder zu baulichen Veränderungen. So stand bis in das Jahr 2000 in jedem Zimmer ein Ofen; für das ganze Haus wurde im Herbst Kohle gekauft und im Keller gelagert. Nun steht in diesem Keller ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das aus Erdgas mit Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme für das Haus gewinnt. Das Projekt wurde finanziell vom Senat unterstützt und trägt einen Teil zur Nachhaltigkeit und dem Bewusstsein für Umwelt und Energie im Haus bei. 2002 wurde ein wenig genutzer Raum im Erdgeschoss zu einer Bibliothek umgebaut, wofür ein Durchbruch in den Hof geschaffen werden musste.

30 Jahre Vielfalt.

Das Dach wird neu eingedeckt.In den nun 30 Jahren des Wohnprojektes haben Studenten das Haus kontinuierlich belebt und genutzt. So unterschiedlich wie die Bewohner gestaltete sich das kulturelle Leben. Lange Zeit bestand eine enge Verbindung zur Freien Universität, so boten viele Bewohner des Hauses jedes Semester unterschiedliche Arbeitskreise und Veranstaltungen mit Vertetern des anthroposophischen Lebens in Uniräumen an. Zeitweilig wurde in der Bornstraße 11 eine "Alternative Mensa" im kleinen Rahmen betrieben. Auch die Gemeinschaftsräume, die durch Umbau der Wohnungen im Erdgeschoss bei der Sanierung entstanden waren, wurden und werden für Arbeitskreise, Vorträge und andere Veranstaltungen genutzt.

Sommerfest 2001Anfang 2008 verkaufte die AGiD das Haus an die Edith-Maryon-Stiftung und finanziert mit dem Geld Jugendprojekte. Durch den Verkauf sollten Projekt und Haus erhalten werden, was auf lange Sicht nur durch Rücklagenbildung und weitsichtiges Wirtschaften möglich ist. Die Edith-Maryon-Stiftung trägt seit 1990 gemeinnützige und selbstverwaltete Projekte und fördert und fordert das Haus, um es langfristig als soziales Projekt am Leben zu halten.